Klitschko vs. Chisora in München

Der mit Spannung erwartete Kampf zwischen Vitali Klitschko – bei dieser Begegnung amtierender Weltmeister nach WBO – mit dem Herausforderer Dereck Chisora aus Großbritannien fand am Samstag abend (18.02.2012) in der ausverkauften Münchner Olympiahalle statt. Bereits im Vorfeld ist es zu einem Eklat gekommen: beim Wiegen ohrfeigte Chisora seinen Gegner vor versammelten Betreuern und den versammelten Vertretern der Presse. Vor dem Kampf zog sich der Auszug des Herausforderers in die Länge – die Zuschauer weltweit mußten eine halbe Stunde länger auf dem Beginn der Begegnung warten. Der Engländer ließ sich das Reglement in die Kabine bringen und zog erst sehr spät seine Boxhandschuhe an.

Als er nun mit Verspätung in die volle Halle trat, empfing ihn ein Pfeifkonzert. Dagegen Vitali Klitschko wurde in die Arena getragen. Der Kampf selbst startete mit einem hohen Tempo, das fast während der gesamten 12 Runden beibehalten wurde. Dereck Chisora war sehr aktiv und immer im Vorwärtsgang. Allerdings errreichten seine Schläge selten seinen ukrainischen Kontrahenten. Vitali Klitschko bewegte sich nicht sehr viel, weichte immer nach hinten zurück, konnte aber trotzdem viele Schläge plazieren. Das erwartete k.o. blieb jedoch aus. Erst nach dem Ende des Kampfes erklärte der Ukrainer, dass er bereits in den ersten Runden an der linken Schulter verletzt wurde und seine linke Hand gar nicht einsetzen konnte. Diese ist aber sehr wichtig für seinen Kampfstil.

Dereck Chisora hat wirklich überrascht und sich sehr gut verkauft gegen den fast 20 Centimmer größeren Weltmeister. Über den Kampf entschieden drei Schiedsrichter, die auf ihren Zettel die Punkte notierten. Nach der 12 Runde war schnell klar, dass Vitali Klitschko der Sieger war. Dereck Chisora fauchte dem Gewinner noch einige böse Worte zu, machte weiter bei seinem Bruder Wladimir. Beide wollten nicht sagen, worum es sich gehandelt hatte. Nur so viel: sportlich sei Chisora super, menschlich dagegen indiskutabel.