Eurovision Song Contest in Düsseldorf Mai 2011
Nach fast dreißig Jahren hat Lena Mayer-Landrut den ESC wieder nach Deutschland geholt. 2010 gewann sie in Oslo mit großer Mehrheit bravourös. Ihr Song Satellite war wunderbar und gefiel ganz Europa. Ihr Entdecker und Mentor Stefan Raab bewies damit, dass man erfolgreich an diesem einzigartigen Wettbewerb teilnehmen kann. Ralf Siegel mit seinen angestaubten, größtenteils sehr lächerlichen Liedern war da weit abgeschlagen und es ist zu hoffen, dass er auf der ESC-Bühne nie wieder auftaucht.
Nun also dieses Jahr war Düsseldorf an der Reihe, den Eurovision Song Contest auszurichten. Das Stadium des Fussballclubs Fortuna Düsseldorf wurde in monatelanger Arbeit in eine Halle umgebaut, während der Verein in ein Behelfsstadion auswich. Die ESC-Halle wurde in großartig vorbereiteter logistischer Leistung errichtet und verfügte über den größten LED-Bildschirm. Schicken wir voraus, während der Veranstaltung klappte alles hervorragend. Die anderen Länder bedankten sich bei uns für die magischen Momente des ESCs.
Unsere Lena ging an den Start mit dem Lied Taken by a stranger – ein etwas mysteriöser Titel, aber sehr ansehnlich und melodisch. Es hob sich angenehm von dem Einerlei, das von den anderen Nationen vorgestellt wurde. Allerdings ist Lenas Mut zum Anderssein und zur Moderne nicht belohnt worden. Lena landete auf Platz 10, der Gewinner war ein Duo aus Aserbeidschan mit einem Main-stream-Song, das recht eingänglich war.
Dieses Jahr fiel wieder enorm auf, wie die ehemaligen Landeszugehörigkeiten über den Geschmack entscheiden. So sind die Republiken der ehemaligen Sowjetunion unisono zueinander gestanden, das gleiche gilt auch für den Balkan. Asarbeidschan profitierte stark davon, auch Bosnien-Herzegowina. Und wie jedes Jahr wählte Zypern 12 Punkte für Griechenland. Den mitteleuropäischen Zuschauer mutet das seltsam an, aber solange es kein anderes Reglement gibt, wird es auch dabei bleiben.
Aus dieser Sicht war der Sieg Lenas 2010 die große Sensation, denn das Lied Satellite überwand all diese vorgenannten geschichtlich bedingten Ressentiments und fand allgemeine Zustimmung in ganz Europa. Lena konnte diesen Erfolg nicht wiederholen, was bedauerlich aber auch zu verschmerzen ist. Sie will kein drittes Mal antreten beim ESC und wir wünschen ihr für die Zukunft ein glückliches Händchen bei allen ihren Unternehmungen.
